Erlebnisse, Stress und “Free Burma!” Aktionstag

1. Oktober 2007 um 1:57 vormittags | Veröffentlicht in Free Burma, Glaube, Hamburg, Praktikum, Tagebuch, Waldeck | 5 Kommentare

Hufis Beiträge über “Free-Burma!” haben mich dazu bewegt endlich mal wieder zu bloggen.
Die Ereignisse, über die ich in den letzten Wochen aus Zeitmangel nicht gebloggt habe, seien an dieser Stelle zumindest kurz erwähnt:

  • Tolle Schwedenfreizeit mit jugendlichen Migranten
  • Erholsame Tage auf Sylt
  • Abschluss meiner Projekte bei meinem Praktikum in Hamburg
  • Abschied von vielen netten Menschen und ein letztes mal zum tollen Jongliertreffen und zum jesusfriends Café
  • Zurück in der Heimat (Waldeck-Sachsenhausen am Edersee)
  • Viel Stress durch Berichte, Hausarbeiten etc.
  • Noch eine Woche Hamburg: Konferenz im Hotel Hafen Hamburg – Blog-Aufbaukurs für Jugendliche – Mitwirkung beim Beratungstag im Osdorfer Born – Krawalle beim Schanzenfest (mit (zu) harten Eingreifen der Polizei?!) – Regale, die auf mein Notebook stürzen…

Und jetzt am Erntedankfest lese ich von der Aktion “Free Burma!” zur Unterstützung der friedlichen Aufstände gegen die Gewaltherrschaft in Myanmar (Birma/Burma):

Am Donnerstag, den 4. Oktober, werden viele Blogger und sonstige “Webmaster” bei einer Free-Burma Aktion mitmachen. Sie werden an diesen Tag nur einen einzigen Beitrag mit einer Grafik und etwas Text veröffentlichen.

Ich werde mitmachen. Du auch?

Als Hintergrundinformation und Kommentar zu den Aufständen ist der Spreeblick-Artikel “Myanmar ist Burma ist Birma” empfehlenswert.

Informationen über die Aktion “Free Burma!” gibt’s unter:

Übrigens: „Heute bin ich Buddhist…“ (Peter Aschoff)

Feuer-Jonglage bei Korbacher Kunstnacht

13. Juli 2007 um 2:08 vormittags | Veröffentlicht in DUOartifix, Hamburg, Kleinkunst, Praktikum, Waldeck | 1 Kommentar

Noch am Montag habe ich mit Hamburger Jugendlichen eine Jonglageaufführung als Abschluss eines Workshops beim Jugendmigrationsdienst Alstertal dargeboten (siehe Foto). Am Wochenende trete ich 400 km weiter südlich zusammen mit Christopher als DUOartifix bei der Korbacher Kunstnacht auf. In der Nacht vom 14. auf 15. Juli 2007 werden wir in der Fußgängerzone (gegenüber der Sparkasse) von 23 bis 2 Uhr unser Programm mit Feuer-Jonglage präsentieren.

Jonglieren Alstertal

So beschert mir eine Jonglage-Anfrage ein Wochenende in meiner Heimat – dem schönen Waldecker Land. An meine Waldecker Leser: Ich würde mich freuen, wenn wir uns am Wochenende treffen können. Kommt doch einfach mal bei der Kunstnacht vorbei oder meldet euch bei mir.

Sozialer Brennpunkt, toter Säugling, lebendiger Stadtteil

21. März 2007 um 12:50 vormittags | Veröffentlicht in Hamburg, Praktikum | 1 Kommentar

Ein Schwerpunkt meines sechsmonatigen Praktikums beim Jugendmigrationsdienst Hamburg West von EvaMigrA liegt in der Erstellung eines Sozialraumatlases für die Hochhaussiedlung Osdorfer Born und Umgebung. Um verbesserte Netzwerkarbeit im Stadtteil zu ermöglichen stelle ich in dem Atlas alle Angebote und Einrichtungen zusammen, die für junge Menschen mit Migrationshintergrund interessant sein könnten.

Eindrücke und Beschreibungen des Osdorfer Borns in Hamburg sind zum Teil widersprüchlich. Die in den 1960er-Jahren entstandene Großsiedlung wird regelmäßig mit dem Begriff “sozialer Brennpunkt” beschrieben. In den vergangenen Tagen ging der Hamburger Stadtteil durch sämtliche Medien, weil ein Säugling – verpackt in einer Plastiktüte – vor einem 20-stöckigem Hochhaus tot aufgefunden wurde. Nach Behauptung der 26-jährigen Mutter, die sich erst heute der Polizei stellte, hat der Vater des Kindes den Säugling aus einem Fenster des 10. Stockwerks geworfen.

Im Rahmen meiner Arbeit und Erkundungen hat sich das eben skizzierte Bild des Osdorfer Borns nicht bestätigt. Zumindest auf Ebene der Einrichtungen und Stadtteilrunden konnte ich großes Engagement, auch von Seiten ehrenamtlicher Osdorfer, erleben. Insgesamt werden die sozialen Angebote gut angenommen. Aktive Anwohner sind daran interessiert, dass in der multikulturellen Wohngegend ein durch Offenheit geprägtes Miteinander stattfindet. So bleiben ambivalente Erfahrungen zwischen der Wahrnehmung des öffentlichen Raums einerseits und Schicksalen bzw. Lebensgeschichten auf der individuellen Ebene andererseits.

Mit einer herausfordernde Frage möchte ich diesen Beitrag schließen: Wie müssen die Angebote der Einrichtungen und das Engagement vieler Bürger gestaltet werden, dass alle Bewohner der oft anonymen Hochhäuser erreicht werden können und ihnen eine Identifikation mit dem Stadtteil möglich ist?

Nachtrag 1 – Foto:

Am Montag kam ich zu dem Ort, an dem das Kind aufgefunden wurde, weil ich einen Termin in den Hochhäusern hatte. Das Foto zeigt Stofftiere, Kerzen, Blumen und Briefe, die vor allem Kinder als Ausdruck ihrer Trauer niedergelegt haben. Das Holzkreuz trägt die Aufschrift “kleiner Engel”.

Nachtrag 2 – Doppelte Traumatisierung durch Medienberichterstattung:

Die Berichterstattung über den Vorfall in diversen Medien war oftmals sehr einseitig und ging mit einer Stigmatisierung des Quartiers Osdorfer Born einher. Die Initiative von Bewohnern und Einrichtungen, die sich für den Stadtteil engagieren, wurde nahezu ausgeblendet. Der tragische Vorfall allein ist vor allem für die Kinder, die im Osdorfer Born wohnen, schwer zu verarbeiten. Zudem müssen die Anwohner – auch die Kinder – beobachten, wie in manchen großen Zeitungen und Fernsehbeiträgen ihr zu Hause als ein Ort des Schreckens dargestellt wird. Diese Art der Berichterstattung kann auf viele Kinder die ohnehin schon vorhandene Traumatisierung und Unsicherheit verstärken. Durch das einseitige Bild in der Öffentlichkeit können Jugendliche und junge Erwachsene zudem Schwierigkeiten bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz oder eine Arbeitsstelle erhalten. So erschwert eine Anschrift im Osdorfer Born ein selbstbewusstes Auftreten.

Die Stadtteilkonferenz des Osdorfer Borns plant eine schriftliche Beschwerde gegen die Art der Medienberichterstattung, in der sie sich auf oben beschriebene Auswirkungen bezieht.

Nachtrag 3 – Das Urteil:

Mittlerweile hat die Mutter des Säuglings gestanden, die Tat selber begangen zu haben. Es sei eine spontane Verzweiflungstat gewesen, weil sich die Mutter – besonders von dem Vater des Kindes – alleingelassen gefühlt habe. Nach dem Richterspruch war die Angeklagte vermindert schuldfähig. Dennoch wurde die 27-Jährige zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Klischees über Hamburg bestätigt

21. November 2006 um 12:20 vormittags | Veröffentlicht in Hamburg, Praktikum, Tagebuch | 2 Kommentare

Ohne die Stadt wirklich zu kennen, habe ich mich für mein halbjähriges Praktikum im nächsten Jahr ausschließlich in Hamburg beworben. Vor zwei Wochen war ich schließlich in Hamburg zu fünf Vorstellungsgesprächen. Dort haben sich meine positiven Vorurteile gegenüber Hamburg völlig bestätigt: Hamburg ist die schönste, interessanteste und tollste Stadt Deutschlands! Mir gefällt die Metropole im Norden einfach sehr gut – besonders wegen der Nähe zum Wasser, dem Nachtleben und den netten Leuten.

Aber zurück zu den eigentlichen Grund meiner Reise. Die Vorstellungsgespräche bei zwei Jugendmigrationsdiensten (West und Bergedorf), zwei Integrationszentren (Altona und Wilhelmsburg) und einer Qualifizierungsberatungsstelle für Migranten waren allesamt gut. Als Ergebnis habe ich mittlerweile fünf Zusagen, die ich für sich genommen alle annehmen würde. Momentan tendiere ich zu dem Jugendmigrationsdienst HH West von EvaMirgA e.V. – dort kann ich zum Beispiel ein Forschungsprojekt zur interkulturellen Öffnung mit dem Ziel eines Wegweisers für Migranten durchführen.

Russlandreise: Freundschaft ohne gemeinsame Sprache

10. Oktober 2006 um 1:08 vormittags | Veröffentlicht in Praktikum, Russland, Tagebuch | Hinterlasse einen Kommentar

Gerne denke ich an meine Studienreise in die russische Stadt Kostroma zurück. In einer Reportage für unsere Lokalzeitung WLZ habe ich über die dreitägige Bus- und Bahnreise nach Russland sowie über die ersten Eindrücke von dem Ferienlager, in dem ich ein Praktikum gemacht habe, berichtet.*

Besonders wertvoll an den Erfahrungen in Russland fand ich die tollen Kontakte sowohl zu den Kindern des Ferienlagers als auch zu den Mitarbeitern und Studenten. Darum möchte ich an dieser Stelle den Schluss meiner Reportage zitieren:

Aus dem lockeren Kontakt entwickelten sich bald Freundschaften. Selbst in der zweiten Hälfte unserer Studienreise, in der wir soziale Einrichtungen in Kostroma erkundet und an einer Konferenz über interkulturelles Zusammenwirken teilgenommen haben, setzten wir unsere gemeinsamen Treffen in Kneipen oder am Ufer der Wolga fort. Mein persönliches Highlight war die Einladung einer Studentin zum Schaschlikabend mit ihrer Familie. Neben der üppigen Verpflegung konnten wir nette Stunden mit guten Gesprächen verbringen sowie das Leben einer russischen Familie ganz konkret kennen lernen. Bei unserer Abreise haben uns fast alle Mitarbeiter des Ferienlagers am Bahnhof persönlich verabschiedet und sogar individuelle Geschenke zur Erinnerung an die tolle Zeit in Russland überreicht. Nach dem Abschied, der mir wirklich schwer gefallen ist, hoffe ich, dass diese deutsch-russische Begegnung im nächsten Jahr fortgeführt werden kann.

*Wenn du die Reportage gerne lesen möchtest, aber weder zu den WLZ-Lesern noch zu den Lesern meiner Rundmails zählen solltest, melde dich bitte bei mir. Ich sende dir den Bericht gerne zu.

Auf nach Russland

17. August 2006 um 11:17 nachmittags | Veröffentlicht in Praktikum, Russland, Studium, Tagebuch | Hinterlasse einen Kommentar

Viel hätte es in der letzten Zeit zu berichten gegeben. Es war allerdings so viel, dass ich nicht dazu gekommen bin von meinen Erfahrungen zu Berichten. Nach meinen Polenaufenthalt stand eine kurze und intensive Studienzeit in Hephata an. Darauf folgte ein Praktikum bei Kirche am Urlaubsort auf der kleinen, grünen Nordseeinsel Pellworm. Ein weiteres Highlight war mein sechstes Freakstock-Festival der Jesus Freaks. Dort habe ich zwei Jonglage-Aufführungen und einen Jonglage- und Diabolo-Workshop durchgeführt.

Nun muss ich noch schnell packen, weil ich morgen Mittag nach Kostroma in Russland zu einem Ferienlager fahren will. Neben dem Ferienlager wollen wir dort als Studentengruppe verschiedene soziale Einrichtungen erkunden und ein einem interkulturellen Kongress teilnehmen. Eingerahmt wird die Fahrt von 2- bis 3-tägigen Busreisen von Kassel nach Kostroma. Das für sich ist sicherlich auch schon ein Erlebnis.

Nach meiner Ankunft in Deutschland steht dann ab 13. September ein Praktikum beim internationalen Kinder- und Jugend-Circus Rambazotti in Kassel an.

Bis bald, Gott segne euch!

Ortswechsel

12. Mai 2006 um 3:32 vormittags | Veröffentlicht in Polen, Praktikum, Tagebuch | Hinterlasse einen Kommentar

In genau sechs Tagen ist es nun soweit. Meine Zeit in Warschau geht zu Ende und mein Studium geht in Hephata weiter.

Die vergangenen zwei Wochen waren gut gefüllt:
An der Uni musste ich alle Vorlesungen zum Abschluss bringen, Scheine und Unterschriften sammeln, ein Journal fertig stellen, ein Referat über die deutsche Kultur halten…
Bei meinem Praktikum im Kinderheim stand die Organisation einer Gartenparty, die kommenden Samstag stattfinden wird, im Mittelpunkt. Dort werde ich mit den Kindern Jonglierbälle basteln, einen Jonglage- und Diaboloworkshop anbieten und eine kleine Show – teilweise gemeinsam mit den Kindern – aufführen. Für die Anerkennung des Praktikums waren und sind einige Formalitäten notwendig. Zudem hatte ich einige Treffen mit meiner Anleiterin, um Fragen für die erforderlichen Praktikumsberichte (Organisations- und Lebensweltanalyse) zu besprechen.

Großes Osteressen im Kinderheim

13. April 2006 um 3:43 nachmittags | Veröffentlicht in Glaube, Polen, Praktikum | 2 Kommentare

Nachdem ich am Dienstag beim „Workshop on Cultural Adaptation“ schon eine Einführung in das polnische Brauchtum zur Osterzeit erhalten habe, hatte ich am Mittwoch bei meinem Praktikum im Warschauer Kinderheim die Möglichkeit ein Festessen zur Vorbereitung auf Ostern direkt zu erleben.

Bei diesem Osteressen haben nicht nur die Heimkinder selbst, sondern auch ihre Familien teilgenommen. Vor dem Essen hat die Heimleiterin die Bedeutung des Essens im Zusammenhang mit dem Osterfest erklärt. Die Tische waren festlich und reichhaltig mit Eiern in verschiedensten Varianten, Salaten, Wurst, Brot sowie mit verschiedensten Kuchen, Süßspeisen und Schokoladeneiern gedeckt. Vor dem Beginn des Essens wurden Eier geteilt und an jedem verteilt.

In der schulfreien Zeit über die Osterfeiertage besuchen die meisten Kinder ihre Familien oder Verwandte. Nur etwa 20 Kinder bleiben im Heim, die für diese Zeit in eine Gruppe zusammengefasst werden. Während dieser Zeit arbeiten nur zwei Mitarbeiter im ganzen Heim. Aus diesem Grund fand dieses Osteressen schon im Voraus am Mittwoch vor Ostern statt.

Einmal Deutschland und zurück

5. April 2006 um 2:11 vormittags | Veröffentlicht in Polen, Praktikum, Tagebuch | Hinterlasse einen Kommentar

Weil meine Oma sehr krank war habe ich letzte Woche Polens Hauptstadt verlassen um sie zu besuchen. Erfreulicherweise geht es ihr mittlerweile wieder etwas besser, so dass ich am Montag beruhigt zurück nach Warschau fliegen konnte. Als es meiner Oma am schlechtesten ging, war sie besonders ruhig und gelassen. Man konnte spüren, dass ihr das Vertrauen auf die Liebe Gottes diese Ruhe ermöglichte.

So hat jetzt meine zweite Hälfte in Warschau begonnen. Es war schön die Kinder im Heim wieder zu sehen und bei Sonnenschein mit ihnen zu spielen. Auch die aus Deutschland mitgebrachten Diabolos wurden von ihnen mit Begeisterung ausprobiert.

Volles Programm und gute Erfahrungen

16. März 2006 um 2:17 vormittags | Veröffentlicht in Polen, Praktikum, Studium, Tagebuch | Hinterlasse einen Kommentar

Diese Woche habe ich besonders viele Vorlesungen und auch schon die ersten Prüfungen. Heute habe ich einen englischen Artikel über Demokrit abgegeben, am Freitag ist meine erste Klausur im selben Seminar über die Geschichte der Psychologie. Am Dienstag steht dann ein Referat über die Sozialpolitik Deutschlands an.

Wenn ich gerade nicht studiere, bin ich meistens bei meinem Praktikum im Kinderheim. Dort habe ich mich mittlerweile gut eingefunden und auch guten Kontakt zu einigen Kindern bekommen. Seit dieser Woche habe ich die interessante Aufgabe mehr mit einen 16-jährigen Jungen aus Bangladesch zu unternehmen. Ähnlich wie mir fällt ihm die polnische Sprache auch noch schwer. Im Kontrast zum Studium kann ich bei dem Praktikum auch mal ganz praktisch erfahren, wie man mit Konflikten im Heimalltag umgehen kann.

Heute haben wir auch Besuch von einer Kommilitonin aus Hephata bekommen und ab Freitag will meine Vorgängerin, die hier letztes Jahr ein Praktikum gemacht hat, Warschau mal wieder einen Besuch abstatten.

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