Jonas ganz normaler Tag – Episode 4
11. Mai 2006 um 11:15 nachmittags | Veröffentlicht in Glaube, Jonas ganz normaler Tag, Polen, Tagebuch | Hinterlasse einen Kommentar„Jonas ganz normaler Tag“: Geschichten aus Jonas Leben in Polen.
Episode 4: Am Ende
Am Ende meines Warschauaufenthalts bin ich am Ende der Metropole angekommen. Als ich am Sonntagnachmittag zum Gottesdienst fahren wollte, bin ich wegen einiger Fahrplanänderungen an einer komplett falschen Haltestelle angekommen. Im Bus habe ich daraufhin in einer MP3-Predigt gehört, dass wir uns am Sonntag in der Natur von Gott inspirieren lassen können. So entschloss ich spontan mit der Metro bis zur vorletzten Haltestelle im Süden Warschaus zu fahren. Von dort aus bin ich immer weiter Richtung Süden gelaufen und ich kam tatsächlich am Ende an: Am Ende gibt es viele Fahrradfahrer und Spaziergänger, dahinter einen großen und verlassenen Güterbahnhof und dahinter erstreckt sich ein scheinbar endloser Laubwald. Im Wald kann man vergebens nach irgendeinem Anzeichen urbaner Zivilisation suchen, nicht mal ein Auto ist zu hören. In kürzester Zeit aus der Metropole Polens in die Natur zu geraten war schon eine eindrückliche Erfahrung und mal ein anderes Sonntagserlebnis.
Auch sonst versuche ich in meinen letzten Tagen in Polen all das zu packen, was ich irgendwann einmal in meiner Zeit hier machen wollte. So bin ich vom 1. bis zum 3. Mai mit anderen Studenten ins tolle Krakau und anschließend zur erschütternden Gedenkstätte Auschwitz und Birkenau gefahren. Am Donnerstag war ich im Zentrum für gegenwärtige Kunst und in einem Botanischen Garten. Am Freitag steht ein Besuch des Museums des Warschauer Aufstands, das bisher geschlossen hatte, an. Sonntag wollte ich eigentlich bei einem Erasmus-Trip in die kleine Künstlerstadt Kazimierz Dolny teilnehmen. Da dieser Ausflug abgesagt wurde, muss ich noch etwas anderes planen. Neben den Aktivitäten versuche ich mich noch mit einigen Polen und Polinnen, die ich hier kennen gelernt habe, ein letztes Mal zu treffen.
Jonas ganz normaler Tag – Episode 3
11. April 2006 um 7:02 nachmittags | Veröffentlicht in Internet, Jonas ganz normaler Tag, Musik, Polen, Tagebuch | 1 Kommentar„Jonas ganz normaler Tag“: Geschichten aus Jonas Leben in Polen.
Episode 3 müsste eigentlich “Jonas ganz normale Nacht heißen” und ist dem Podcasting gewidmet:
In der Nacht von Sonntag auf Montag habe ich um 0:05 Uhr das Feature “Generation MP3″ auf Deutschlandradio Kultur gehört. Dabei wurde neben kostenlosen Musikdownloads auch über Internetradio und Podcasts berichtet. Parallel dazu habe ich im Internet gleich nach dem mir bis dahin unbekannten Medium Podcast recherchiert. In der folgenden Nacht habe ich mir die ersten Podcasts abonniert, die ich nun mit dem Programm iTunes oder auch meinem MP3-Player anhören bzw. ansehen kann. So verpasse ich beispielsweise nie die letzten Radionachrichten oder die 20 Uhr Ausgabe der Tagesschau. Aber auch zu vielen anderen Themen gibt verschiedenste Podcasts – entweder privat oder von Radio- / Fernsehsendern oder Zeitschriften etc.
Jonas ganz normaler Tag – Episode 2
26. Februar 2006 um 10:37 nachmittags | Veröffentlicht in Internet, Jonas ganz normaler Tag, Polen, Tagebuch | Hinterlasse einen Kommentar„Jonas ganz normaler Tag“: Geschichten aus Jonas Leben in Polen.
Episode 2 ist PUNICA und dem Radio gewidmet:
Ein leben ohne PUNICA – unvorstellbar! Beim Supermarkt um die Ecke haben wir original deutsches “PUNICA Fruchtig & Spritzig WILD FRUITS” entdeckt. Um ersten Tag hat ein Liter noch 1,55 PLN (0,43 Euro) gekostet, am zweiten 0,79 PLN und danach nur noch 0,49 PLN (0,13 Euro). Bisher haben wir bestimmt schon 50 Liter von dieser leckeren Fruchtschorle getrunken. Weil das Haltbarkeitsdatum am Donnerstag abgelaufen ist, hat der Supermarkt Bruno Tassi unser Lieblingsgetränk leider aus seinem Sortiment genommen. So müssen wir jetzt leider auf das doppelt so teuere Wasser zurückgreifen – Leitungswasser kann man in Warschau nämlich nicht trinken.
Themenwechsel: Ich habe ja schon erwähnt, dass ich übers Internet via Live-Stream deutsches Radio hören kann. Meine Favoriten sind wie in Deutschland auch EinsLive mit guter Musik und dem Lauschangriff sowie Deutschlandradio Kultur / Deutschlandfunk mit Hörspielen, Nachtgesprächen, Informationen etc. So bin ich also auch von hier über das Geschehen in Deutschland gut informiert. Gestern habe ich auch einen schwedischen (?) Internetradiosender entdeckt: indie.nu – dort läuft ohne Unterbrechungen gute Musik.
Nun noch eine Frage an dich: Kennst du auch gute Internetradiosender oder ähnliches? Über einen Kommentar als Antwort würde ich mich freuen.
Jonas ganz normaler Tag – Episode 1
8. Februar 2006 um 12:12 vormittags | Veröffentlicht in Jonas ganz normaler Tag, Polen, Tagebuch | Hinterlasse einen Kommentar„Jonas ganz normaler Tag“: Geschichten aus Jonas Leben in Polen.
Episode 1 ist den öffentlichen Verkehrsmitteln gewidmet:
Nach unserer heutigen Besichtigung einer Schule für geistig behinderte Kinder musste ich zum Campus der Universität um Formulare fürs BAföG abzuholen. Im Centrum habe ich vergebens eine Straßenbahn zur Uni gesucht, zwei nette Polen haben mir aber den Weg zur richtigen Bushaltestelle gezeigt. Dort angekommen stand der richtige Bus gerade da. Obwohl ich noch auf den Türöffner gedrückt habe ist der Bus vor mir weg gefahren. Nach etwa 12 Minuten konnte ich den nächsten Bus nehmen. Zwei Stunden später in der Bibliothek habe ich mein Notebook kurz verlassen um auf Toilette zu gehen. Davor war ich ohne Probleme über W-LAN mit dem Internet verbunden, danach ging aber nichts mehr. Etwas frustriert darüber, dass ich nichts mehr im Weblog schreiben konnte und evtl. gar nicht mehr mit meinem Laptop ins Internet gehen kann wollte ich jetzt den Bus nach Hause nehmen – den habe ich leider knapp verpasst. Beim Versuch an der Fußgängerampel Schneematsch zu überspringen bin ich dann noch in einer Pfütze gelandet. So musste ich nun auf den geplanten Besuch der Primetime Bible Study verzichten. Als Ausgleich dafür konnte ich Ulis Pfannkuchen mit frischer Ananas genießen und danach mit Uli und Björn zu einer kleinen Party gehen. Ich wollte schon etwas früher los und bin zur letzten Straßenbahn, die um 23:29 Uhr fahren sollte, gelaufen. Um 23:27 Uhr habe ich sie vor mir her fahren sehen. Nun habe ich noch mal den Fahrplan studiert und entdeckt, dass doch noch eine andere Linie zum Wohnheim fährt. Hier hätte ich besser das Kleingedruckte (natürlich auf Polnisch) lesen sollen. Denn nach zwei Haltestellen war schon Endstation. Da ich zum ersten Mal ohne Stadtplan unterwegs war bin ich über Eis und Schneematsch wieder zurück gelaufen. Zum Gluck fuhr noch eine Metro (U-Bahn) zum Centrum. Von dort konnte ich zum Zentralbahnhof laufen um einen Nachtbus zu nehmen. Ich wusste, dass die Abfahrtszeit 0:15 war, doch schon 5 Minuten vorher habe ich meinen Bus schon an der Ausfahrt gesehen. Doch das Klopfen beim Fahrer hat nicht mehr geholfen. Unmittelbar darauf habe ich noch einen zweiten Bus mit meiner Nummer gesehen. Beim Einsteigen hat mich allerdings die Liste mit zweimal 40 Halltestellen etwas irritiert. Auf die Frage „Ist his the bus to Wawelska?“ erhielt ich dann die erleichternde Antwort „Tak“ (Ja). Nun bin ich in meinem Zimmer und es geht mir gut.
friedenstaube
21. Mai 2005 um 4:11 vormittags | Veröffentlicht in Jonas ganz normaler Tag, Tagebuch, x | Hinterlasse einen Kommentarfreidenstaube – das ist mein name.
auf hebräisch heißt das dann jonas.
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