Integrationsprojekt “Kompass” in den Medien

4. Januar 2009 um 6:45 vormittags | Veröffentlicht in Hamburg, Integrationsprojekt "Kompass", Internet, Soziales | Hinterlasse einen Kommentar

Seit September 2008 wohne ich in Hamburg und leite das Integrationsprojekts “Kompass” beim Diakonieverein Migration in Pinneberg, Elmshorn und Quickborn. Das vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderte Projekt beinhaltet sozialraumbezogene Netzwerkarbeit mit vielfältigen Akteuren und Streetwork im Sinne von aufsuchender Jugendarbeit und mobiler Beratung.

Im vergangen Jahr konnte ich Kontakte zu Jugendlichen und Netzwerkpartner knüpfen und mir einen Überblick über die Begebenheiten und die Infrastruktur der Sozialräume verschaffen.

Mittlerweile sind mehrere Artikel über das Projekt und meine Arbeit erschienen:

Einen von mir erstellten Flyer mit weiteren Informationen zum Integrationsprojekt “Kompass” findet ihr hier.

Erlebnisse, Stress und “Free Burma!” Aktionstag

1. Oktober 2007 um 1:57 vormittags | Veröffentlicht in Free Burma, Glaube, Hamburg, Praktikum, Tagebuch, Waldeck | 5 Kommentare

Hufis Beiträge über “Free-Burma!” haben mich dazu bewegt endlich mal wieder zu bloggen.
Die Ereignisse, über die ich in den letzten Wochen aus Zeitmangel nicht gebloggt habe, seien an dieser Stelle zumindest kurz erwähnt:

  • Tolle Schwedenfreizeit mit jugendlichen Migranten
  • Erholsame Tage auf Sylt
  • Abschluss meiner Projekte bei meinem Praktikum in Hamburg
  • Abschied von vielen netten Menschen und ein letztes mal zum tollen Jongliertreffen und zum jesusfriends Café
  • Zurück in der Heimat (Waldeck-Sachsenhausen am Edersee)
  • Viel Stress durch Berichte, Hausarbeiten etc.
  • Noch eine Woche Hamburg: Konferenz im Hotel Hafen Hamburg – Blog-Aufbaukurs für Jugendliche – Mitwirkung beim Beratungstag im Osdorfer Born – Krawalle beim Schanzenfest (mit (zu) harten Eingreifen der Polizei?!) – Regale, die auf mein Notebook stürzen…

Und jetzt am Erntedankfest lese ich von der Aktion “Free Burma!” zur Unterstützung der friedlichen Aufstände gegen die Gewaltherrschaft in Myanmar (Birma/Burma):

Am Donnerstag, den 4. Oktober, werden viele Blogger und sonstige “Webmaster” bei einer Free-Burma Aktion mitmachen. Sie werden an diesen Tag nur einen einzigen Beitrag mit einer Grafik und etwas Text veröffentlichen.

Ich werde mitmachen. Du auch?

Als Hintergrundinformation und Kommentar zu den Aufständen ist der Spreeblick-Artikel “Myanmar ist Burma ist Birma” empfehlenswert.

Informationen über die Aktion “Free Burma!” gibt’s unter:

Übrigens: „Heute bin ich Buddhist…“ (Peter Aschoff)

Feuer-Jonglage bei Korbacher Kunstnacht

13. Juli 2007 um 2:08 vormittags | Veröffentlicht in DUOartifix, Hamburg, Kleinkunst, Praktikum, Waldeck | 1 Kommentar

Noch am Montag habe ich mit Hamburger Jugendlichen eine Jonglageaufführung als Abschluss eines Workshops beim Jugendmigrationsdienst Alstertal dargeboten (siehe Foto). Am Wochenende trete ich 400 km weiter südlich zusammen mit Christopher als DUOartifix bei der Korbacher Kunstnacht auf. In der Nacht vom 14. auf 15. Juli 2007 werden wir in der Fußgängerzone (gegenüber der Sparkasse) von 23 bis 2 Uhr unser Programm mit Feuer-Jonglage präsentieren.

Jonglieren Alstertal

So beschert mir eine Jonglage-Anfrage ein Wochenende in meiner Heimat – dem schönen Waldecker Land. An meine Waldecker Leser: Ich würde mich freuen, wenn wir uns am Wochenende treffen können. Kommt doch einfach mal bei der Kunstnacht vorbei oder meldet euch bei mir.

Sozialer Brennpunkt, toter Säugling, lebendiger Stadtteil

21. März 2007 um 12:50 vormittags | Veröffentlicht in Hamburg, Praktikum | 1 Kommentar

Ein Schwerpunkt meines sechsmonatigen Praktikums beim Jugendmigrationsdienst Hamburg West von EvaMigrA liegt in der Erstellung eines Sozialraumatlases für die Hochhaussiedlung Osdorfer Born und Umgebung. Um verbesserte Netzwerkarbeit im Stadtteil zu ermöglichen stelle ich in dem Atlas alle Angebote und Einrichtungen zusammen, die für junge Menschen mit Migrationshintergrund interessant sein könnten.

Eindrücke und Beschreibungen des Osdorfer Borns in Hamburg sind zum Teil widersprüchlich. Die in den 1960er-Jahren entstandene Großsiedlung wird regelmäßig mit dem Begriff “sozialer Brennpunkt” beschrieben. In den vergangenen Tagen ging der Hamburger Stadtteil durch sämtliche Medien, weil ein Säugling – verpackt in einer Plastiktüte – vor einem 20-stöckigem Hochhaus tot aufgefunden wurde. Nach Behauptung der 26-jährigen Mutter, die sich erst heute der Polizei stellte, hat der Vater des Kindes den Säugling aus einem Fenster des 10. Stockwerks geworfen.

Im Rahmen meiner Arbeit und Erkundungen hat sich das eben skizzierte Bild des Osdorfer Borns nicht bestätigt. Zumindest auf Ebene der Einrichtungen und Stadtteilrunden konnte ich großes Engagement, auch von Seiten ehrenamtlicher Osdorfer, erleben. Insgesamt werden die sozialen Angebote gut angenommen. Aktive Anwohner sind daran interessiert, dass in der multikulturellen Wohngegend ein durch Offenheit geprägtes Miteinander stattfindet. So bleiben ambivalente Erfahrungen zwischen der Wahrnehmung des öffentlichen Raums einerseits und Schicksalen bzw. Lebensgeschichten auf der individuellen Ebene andererseits.

Mit einer herausfordernde Frage möchte ich diesen Beitrag schließen: Wie müssen die Angebote der Einrichtungen und das Engagement vieler Bürger gestaltet werden, dass alle Bewohner der oft anonymen Hochhäuser erreicht werden können und ihnen eine Identifikation mit dem Stadtteil möglich ist?

Nachtrag 1 – Foto:

Am Montag kam ich zu dem Ort, an dem das Kind aufgefunden wurde, weil ich einen Termin in den Hochhäusern hatte. Das Foto zeigt Stofftiere, Kerzen, Blumen und Briefe, die vor allem Kinder als Ausdruck ihrer Trauer niedergelegt haben. Das Holzkreuz trägt die Aufschrift “kleiner Engel”.

Nachtrag 2 – Doppelte Traumatisierung durch Medienberichterstattung:

Die Berichterstattung über den Vorfall in diversen Medien war oftmals sehr einseitig und ging mit einer Stigmatisierung des Quartiers Osdorfer Born einher. Die Initiative von Bewohnern und Einrichtungen, die sich für den Stadtteil engagieren, wurde nahezu ausgeblendet. Der tragische Vorfall allein ist vor allem für die Kinder, die im Osdorfer Born wohnen, schwer zu verarbeiten. Zudem müssen die Anwohner – auch die Kinder – beobachten, wie in manchen großen Zeitungen und Fernsehbeiträgen ihr zu Hause als ein Ort des Schreckens dargestellt wird. Diese Art der Berichterstattung kann auf viele Kinder die ohnehin schon vorhandene Traumatisierung und Unsicherheit verstärken. Durch das einseitige Bild in der Öffentlichkeit können Jugendliche und junge Erwachsene zudem Schwierigkeiten bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz oder eine Arbeitsstelle erhalten. So erschwert eine Anschrift im Osdorfer Born ein selbstbewusstes Auftreten.

Die Stadtteilkonferenz des Osdorfer Borns plant eine schriftliche Beschwerde gegen die Art der Medienberichterstattung, in der sie sich auf oben beschriebene Auswirkungen bezieht.

Nachtrag 3 – Das Urteil:

Mittlerweile hat die Mutter des Säuglings gestanden, die Tat selber begangen zu haben. Es sei eine spontane Verzweiflungstat gewesen, weil sich die Mutter – besonders von dem Vater des Kindes – alleingelassen gefühlt habe. Nach dem Richterspruch war die Angeklagte vermindert schuldfähig. Dennoch wurde die 27-Jährige zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Hamburg steht kopf

4. März 2007 um 11:00 nachmittags | Veröffentlicht in Hamburg, Tagebuch | Hinterlasse einen Kommentar

Samstag bin ich gut in Hamburg angekommen. Heute am Sonntag war ich bei der Christlichen Gemeinschaft Altona zum Gottesdienst mit einer interessanten Predigt eines schwedischen Pastors aus Norwegen. Von einem älteren Ehepaar wurde ich schon im Voraus zum Mittagessen und anschließendem Hafenausflug eingeladen. Dabei ist dieses verdrehte Foto vom Hamburger Hafen entstanden:

Nun das kleine Quiz zum Bild:

  • Um wie viel Grad muss man das Foto drehen, dass es der Originalaufnahme entspricht un damit waagerecht ist?
  • An welcher Stelle des Hafens ist das Bild entstanden?

(Eure Antworten könnt ihr als Kommentare hinterlassen. Einfach auf die große Zahl hinter der Überschrift oben klicken.)

Klischees über Hamburg bestätigt

21. November 2006 um 12:20 vormittags | Veröffentlicht in Hamburg, Praktikum, Tagebuch | 2 Kommentare

Ohne die Stadt wirklich zu kennen, habe ich mich für mein halbjähriges Praktikum im nächsten Jahr ausschließlich in Hamburg beworben. Vor zwei Wochen war ich schließlich in Hamburg zu fünf Vorstellungsgesprächen. Dort haben sich meine positiven Vorurteile gegenüber Hamburg völlig bestätigt: Hamburg ist die schönste, interessanteste und tollste Stadt Deutschlands! Mir gefällt die Metropole im Norden einfach sehr gut – besonders wegen der Nähe zum Wasser, dem Nachtleben und den netten Leuten.

Aber zurück zu den eigentlichen Grund meiner Reise. Die Vorstellungsgespräche bei zwei Jugendmigrationsdiensten (West und Bergedorf), zwei Integrationszentren (Altona und Wilhelmsburg) und einer Qualifizierungsberatungsstelle für Migranten waren allesamt gut. Als Ergebnis habe ich mittlerweile fünf Zusagen, die ich für sich genommen alle annehmen würde. Momentan tendiere ich zu dem Jugendmigrationsdienst HH West von EvaMirgA e.V. – dort kann ich zum Beispiel ein Forschungsprojekt zur interkulturellen Öffnung mit dem Ziel eines Wegweisers für Migranten durchführen.

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